Unsere Betriebsweise

Die Art, nach der eine Imkerei betrieben wird – also Aspekte wie Kistenmaß, Bienenrasse, Raum-Management, Erntezeit und -weise, Behandlung gegen die Varroose und vieles mehr – bezeichnet man als Betriebsweise. „Frage fünf Imker und du erhältst sechs Antworten“ – so oder so ähnlich lautet ein bekannter Spruch unter Imkern. Auch bei dem Thema Betriebsweise gehen die Meinungen auseinander, manchmal prallen sogar regelrecht Welten aufeinander, es wird heftig debattiert über das Richtig und Falsch, ein Dazwischen gibt es für viele nicht. Man hat großes Glück, wenn man Teil eines Imkervereins ist, in dem auf dogmatische Grundpredigten verzichtet wird und stattdessen Diversität und lebhafte Gespräche stattfinden – eben auch über die verschiedensten Betriebsweisen. Ein solcher Austausch ist nicht nur nettes Geplauder, sondern bietet für alle die Chance, fortwährend voneinander zu lernen. Wir glauben, dass sich Betriebsweisen mit der Zeit ändern können, entweder weil neue Anregungen aus der Imkerschaft Einfluss auf die eigene Betriebsweise finden, weil neue klimatische Voraussetzungen berücksichtigt werden müssen oder weil man sich als Imker einfach verändert und anders arbeiten möchte.

Unser Kisten- / Beutenmaß

Letztendlich sollte die Entscheidung für eine bestimmte Kistenart jedoch gut überlegt sein und von verschiedenen Faktoren abhängen. Dazu gehören unter anderem die persönlichen Vorlieben des Imkers, die örtlichen Gegebenheiten, die gewünschte Betriebsweise sowie das Budget. Es kann auch sinnvoll sein, sich mit anderen Imkern auszutauschen und deren Erfahrungen zu nutzen, um die richtige Wahl zu treffen.Egal für welche Kistenart man sich entscheidet, wichtig ist vor allem, dass sie den Bienen ein gesundes und artgerechtes Zuhause bieten. Dem Bien ist das genaue Maß der Kiste übrigens gar nicht so wichtig, es braucht einfach ein bestimmtes Volumen und einen Eingang. Baumhöhlen werden schließlich auch nicht nach Maß gefertigt. Denn letztendlich geht es beim Imkern nicht nur darum, Honig zu ernten, sondern auch darum, den Bienen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wohl fühlen und gesund bleiben können.

Holz oder Styropor?

Beuten aus Holz und Styropor haben jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung für eine bestimmte Beutenart berücksichtigt werden sollten.

Vorteile von Holzbeuten:

Natürliches Material: Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der gut von den Bienen angenommen wird.

Atmungsaktivität: Holz hat eine gute Atmungsaktivität, was für ein gesundes Klima im Bienenstock wichtig ist.

Langlebigkeit: Gut gepflegte Holzbeuten können sehr langlebig sein und über viele Jahre genutzt werden. Ästhetik: Viele Imker schätzen die traditionelle Optik von Holzbeuten.

Nachteile von Holzbeuten:

Gewicht: Holzbeuten sind in der Regel schwerer als Styroporbeuten, was den Transport und das Handling erschweren kann.

Anfälligkeit für Feuchtigkeit: Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und dadurch schneller verrotten oder schimmeln.

Pflegeaufwand: Holzbeuten müssen regelmäßig gestrichen oder anderweitig behandelt werden, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Vorteile von Styroporbeuten:

Leichtgewicht: Styroporbeuten sind leichter als Holzbeuten, was den Transport und das Handling erleichtert.

Isolierfähigkeit: Styropor hat eine gute Isolierfähigkeit, was dazu beitragen kann, dass die Bienen im Winter besser geschützt sind.

Geringerer Pflegeaufwand: Styroporbeuten müssen in der Regel nicht gestrichen oder anderweitig behandelt werden.

Nachteile von Styroporbeuten:

Umweltbelastung: Styropor ist ein Kunststoffprodukt und daher nicht biologisch abbaubar.

Anfälligkeit für Beschädigungen: Styropor kann leicht brechen oder beschädigt werden, insbesondere beim Transport.

Akzeptanz durch die Bienen: Manche Imker berichten davon, dass Bienen Styropor nicht so gut annehmen wie Holz.

Letztendlich hängt die Wahl zwischen Holz- und Styroporbeuten von den individuellen Präferenzen des Imkers sowie den örtlichen Gegebenheiten ab. Es kann auch sinnvoll sein, beide Beutentypen auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln, um die beste Entscheidung für die eigenen Bienen zu treffen.

Wir verwenden beide Typen, Holz- und Styroporbeuten. Es gibt Bienenstände, wo es im Styropor einfach besser klappt.

Unsere Bienenrasse

Wir arbeiten in unserer Imkerei mit der Carnica-Biene.

Die Carnica Biene, auch bekannt als Carnica-Honigbiene oder Apis mellifera carnica, ist eine Bienenrasse, die ursprünglich aus den Karpaten in Mitteleuropa stammt. Sie gehört zu den dunklen Bienenrassen und zeichnet sich durch ihre sanftmütige und friedliche Art aus. Die Carnica Biene gilt als besonders fleißig und robust und wird daher von vielen Imkern geschätzt.

Die Carnica Biene hat eine graubraune bis schwarze Körperfarbe mit gelben Streifen am Hinterleib. Sie zeichnet sich durch ihre hohe Schwarmträgheit aus, was bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen Bienenrassen weniger dazu neigt, zu schwärmen. Dies macht sie für Imker besonders attraktiv, da sie dadurch weniger Risiko haben, einen Teil ihres Bienenvolkes zu verlieren.

Die Carnica Biene ist gut an verschiedene klimatische Bedingungen angepasst und kann sowohl in kühleren als auch in wärmeren Regionen erfolgreich gehalten werden. Sie ist bekannt für ihre gute Honigproduktion und ihre Fähigkeit, sich schnell auf veränderte Umweltbedingungen einzustellen.

Insgesamt gilt die Carnica Biene als eine der beliebtesten Bienenrassen unter Imkern aufgrund ihrer Sanftmut, Fleißigkeit und Anpassungsfähigkeit.

Faktor "Zufall"

Kochrezepte sind eine praktische Hilfe im Alltag. Das Befolgen von Checklisten erfordert Disziplin, minimiert jedoch Fehler. Gerade für Anfänger wäre es wünschenswert, einfache Anleitungen für das Imkern zu haben. Ein Hindernis dabei ist der Faktor Zufall, der durch das Wetter eingeführt wird. Obwohl ein Jahr in zwölf Monate unterteilt ist, können die Bedingungen je nach Region stark variieren. Die Bienen richten sich nicht nach dem Kalender, sondern nach ihrem eigenen Rhythmus. Der phänologische Kalender orientiert sich an den natürlichen Jahreszeiten und den Blühzeiten bestimmter Pflanzen, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein können. Dieser Zeitverlauf wird genutzt, um Aspekte der Bienenzucht zu beschreiben und es gibt Bücher, die sich genau daran orientieren.

Faktor "Individualität"

Ein weiterer Faktor ist die Individualität, die gleich doppelt zuschlägt. Steht in einer Checkliste z.B. "bei schwacher Volksstärke ist folgendes zu tun..." liegt es beim Imker zu beurteilen, ob das betrachtete Volk nun stark oder schwach ist. Und das ist eine eher individuelle Sichtweise, besonders dann, wenn man nur wenige Völker zum vergleichen oder einfach noch wenig Erfahrung hat.

Individualität bringen neben dem Imker auch die Bienen mit. Jedes Bienenvolk hat unterschiedlich ausgeprägte Eigenschaften und keines ist wie das andere. Selbst wenn alle Völker gleichstark ins Jahr gestartet sind und man alle Arbeiten am Bienenstand gleichartig durchgeführt hat, wird es im Jahresverlauf Unterschiede geben. Ein Bien ist ein Individuum und entsprechend müssen wir individuell mit dem Volk arbeiten.